In Köln sagt man Kölsch statt Bier

Ein Kölschkranz in Köln

Gaffel, Früh, Reissdorf, Gilden oder Mühlen – was für viele Menschen wie Ortschaften oder Nachnamen klingt, ist für den Kölner wie Musik in seinen Ohren. Denn nichts – mal abgesehen vom Dom vielleicht – ist dem (Ur)-Kölner heiliger als sein aus kölsch‘em Wasser gebrautes Bier: Das Kölsch!

Der Kölner Karneval ist vorbei, tausende von Stangen – so nennt man das Kölsch-Glas im Kölner Volksmund – sind getrunken worden und die (Karnevals)-Jecken haben kölschselig tagelang das bunte Treiben genossen. Doch nicht nur während der fünften Jahreszeit ist die Stadt Köln für ihr Bier weit über ihre Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Kölsch regiert die Domstadt – gleich zweifach

In Köln spricht und trinkt man „Kölsch“: Ersteres ist der Kölner Dialekt und letzteres das obergärig gebraute Kölner Bier, um das es hier gehen soll. Einige Kölsch-Infos vorab:

Das obergärig gebraute Kölsch wird in der Regel in 0,2 Liter fassenden, zylinderförmigen Gläsern serviert. Welches Bier sich „Kölsch“ nennen darf, regelt die Kölsch-Konvention von 1985, in der festgehalten ist, welche Wettbewerbsregeln für Kölsch-Brauer gelten. Von ursprünglich ungefähr 100 Kölschsorten existierten heute noch 25 – die wohl bekanntesten sind Reissdorf, Gaffel und Früh.

Kölsch in Köln

Kölsche Tradition: Brauhäuser und Brauereien

Brauhäuser gehören zum Kölner Stadtbild wie der Kölner Dom. Jede Kölschsorte hat ihren individuellen Geschmack und ein eigenes Brauhaus. Diese Häuser locken neben dem Bier auch mit echt kölsch‘er Küche wie zum Beispiel “Himmel un Ääd” (Kartoffeln mit Apfelmus) und „Flönz“ (gebratene Blutwurst).

Ein Tipp: Machen Sie eine Brauhausführung – dabei lernt man das köl‘sche Brauchtum am besten kennen!

Die wohl bekanntesten Brauhäuser sind das Früh am Dom und das Gaffel am Dom. Beide Brauhäuser ziehen tagtäglich jede Menge Kölsch-Fans an, die sich vom sogenannten Köbes (dem kölsch‘en Kellner) auf seine traditionell ruppige Art bedienen lassen. Aber keine Sorge: Diese Art ist in der Regel nicht bös‘ gemeint, sondern gehört zum köl‘schen Brauchtum dazu.

Ein Tipp: Hat man genug Kölsch intus, sollte man schnell einen Bierdeckel auf die Kölsch-Stange legen, denn sonst wird wie von Zauberhand immer wieder ein neues Glas dort stehen.

Geheimtipps – auch Brauhäuser können hip sein

Das Brauhaus Päffgen finden Kölschfans im Friesenviertel – direkt zwischen angesagten Bars und Clubs. Das Pütz, in dem Mühlen-Kölsch ausgeschenkt wird, liegt mitten im Belgischen Viertel und ist in der dortigen Umgebung quasi das letzte seiner Art. Das Päffgen und das Pütz bestechen beide durch ihren urkölsch‘en Charme und ihre Lage in Kölns angesagten Stadtvierteln.

Wem Päffgen-Kölsch gut schmeckt, dem sind zwei weitere Gaststätten sehr zu empfehlen: Das Max Stark in der Nähe des Ebertplatz und das Lommerzheim – die urige Kultlocation in Deutz.

Ein Tipp: Sehr leckeres, selbst gebrautes Kölsch gibt es auch in der Braustelle – der etwas anderen Brauerei. Die in Kölns Partyviertel Ehrenfeld gelegene Brauerei ist mittlerweile selbst zur angesagten Szenekneipe geworden. Das Erfolgsrezept heißt hausgebrautes Bier – das Helios.

Das leckerste und beste Kölsch …

… ist das in der Brauerei zur Malzmühle gebraute Mühlen-Kölsch – das behaupten jedenfalls wahre Kölsch-Kenner, und die müssen es ja wissen. 1858 gründete Hubert Koch am Heumarkt Nr. 6 die Bier- und Malzextrakt-Dampfbrauerei Hubert Koch, Cöln. Auch heute noch kann man dort lecker essen und Mühlen-Kölsch vom Fass genießen.

Nach einem gelungenen Tag in Brauhaus und Co., kann man sich kölschselig in die bequemen Betten des Radisson Blu Hotel, Köln legen und von Kölsch, Büdchen, Brauhaus und dem Kölner Dom träumen…

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