Die Da Vinci-Route

Leonardo Da Vinci zählt beinahe 500 Jahre nach seinem Tod immer noch zu den berühmtesten Menschen der Erde – angesichts all seiner Errungenschaften kein Wunder. Auf Wikipedia wird er als italienisches Universalgenie der Renaissance vorgestellt: Maler, Bildhauer, Architekt, Musiker, Mathematiker, Ingenieur, Erfinder, Anatom, Geologe, Kartograph, Botaniker und Schriftsteller. Noch dazu war er auf all diesen Gebieten unglaublich talentiert.

Auch wenn sich sein Genie zuerst in Form seiner Musik zeigte, ist er wahrscheinlich besser für die wertvolle Vorarbeit bekannt, die er für die Erfindung der Flugmaschinen leistete. Des weiteren gehen Fallschirme, eine Taucherglocke und militärische Verteidigungssysteme auf sein Konto, und am allerberühmtesten wurde Da Vinci wohl durch seine Malereien. Falls Sie es noch nicht wussten: Entgegen der öffentlichen Meinung hat er nicht die Schere erfunden und Da Vinci ist auch nicht sein Nachname – es bedeutet einfach „aus Vinci“, also aus einer Stadt in der damaligen Republik Florenz, der heutigen Toskana.

Was seine Gemälde betrifft, befinden sich seine vier bekanntesten Arbeiten in vier der interessantesten Städte Europas: in Paris, Mailand, Venedig und Krakau. Diese Gemälde sind, in derselben Reihenfolge: die Mona Lisa (auf italienisch als La Gioconda bekannt), Das letzte Abendmahl, Der vitruvianische Mensch und die Dame mit Hermelin. Die Ausstellungsorte dieser bedeutsamen Werke befinden sich allesamt in Reichweite eines Radisson Blu Hotels, auch wenn sie nicht immer leicht zu finden sind. Mit den notwendigen Insiderinformationen können Sie die Meisterwerke jedoch in all ihrer Pracht bewundern.

Mona Lisa

Beginnen wir in Paris, der Heimat der Mona Lisa (hier wird sie La Joconde genannt). Sie ist in einem der größten Museen der Welt zu Hause: dem Louvre. Das Bild selbst wird strengstens beschützt: Es befindet sich unter kugelsicherem Glas – und das aus gutem Grund. Die Mona Lisa wurde 1911 aus dem Louvre entwendet. Kurzfristig hatte man Picasso im Verdacht; letztendlich war sie aber von einem Angestellten des Louvre entführt worden, der der Meinung war, sie gehöre zurück nach Italien. Man erwischte ihn, als er versuchte, das Gemälde einer Galerie in Florenz zu verkaufen. 1956 gab es gleich zwei Fälle von Vandalismus gegen die Mona Lisa. Seitdem schützt sie das kugelsichere Glas vor weiteren Versuchen, sie zu zerstören.

Das Gemälde zählt zu den Hauptattraktionen des Louvre. Deshalb sammelt sich oft eine große Menschentraube davor. Es gibt aber Wege, mit ihr ein bisschen Zeit unter vier Augen zu verbringen – oder zumindest in kleinerer Runde. Anstatt das Museum durch den Haupteingang mit seiner berühmten Glaspyramide zu betreten, können sie auch den unterirdischen Eingang im Carousel du Louvre (einem Einkaufszentrum) wählen – der Eingang befindet sich in der Nähe des Bogens an der Westseite des Museums. Das Einkaufszentrum ist ab 8.30 Uhr geöffnet, was bedeutet, dass Sie um 9.00 Uhr, wenn das Museum seine Tore öffnet, bereits da sein können und nicht lange Schlange stehen müssen wie die Besucher am Haupteingang. Es empfiehlt sich außerdem, keine Tasche mitzubringen, um dem Durchsuchungsprozess entgehen zu können. Nehmen Sie die erste Rolltreppe und dann den Aufzug, der sich geradeaus vor Ihnen befindet. Er bringt Sie direkt zur Mona Lisa… genießen Sie den ruhigen Augenblick. Schon bald bekommen Sie Gesellschaft von den Menschenmassen, die die Stufen hinauf rennen, um sie ebenfalls zu sehen. Und seien Sie nicht enttäuscht, weil sie kleiner ist, als Sie vielleicht erwartet haben: nur 77 cm x 53 cm.

Das letzte Abendmahl

Wir machen weiter mit Da Vincis Letztem Abendmahl, bei dem es sich wohl um das zweitbekannteste Gemälde handelt. Es ist um einiges größer als die Mona Lisa: etwa 8,5 x 4,5 Meter. In seiner ganzen Größe bestaunen können Sie es an der Wand des Refektoriums im Kloster von Santa Maria delle Grazie in Mailand. Da Vinci nahm die Arbeit an diesem Gemälde im Jahr 1495 auf und vollendete es drei Jahre später. Da er sich keiner traditionellen Methoden bediente, setzte der Verfall des Gemäldes bereits unmittelbar nach der Fertigstellung ein. In seiner 500-jährigen Geschichte wurde es unzählige Male restauriert, sodass einige Stimmen sogar behaupten, von dem Original sei längst nichts mehr übrig.  Trotzdem ist es wunderschön anzusehen.

Das Gemälde hat im Laufe der Zeit einiges mitgemacht: Einmal fielen Teile des Bildes einer in die Wand eingezogenen Tür zum Opfer, dann wurde es während der Französischen Revolution von Soldaten mit Steinen beworfen und schließlich zerstörte während des Zweiten Weltkriegs sogar eine Bombe weite Teile des Gebäudes. Heutzutage hat das Gemälde nur noch Bewunderer. Wenn Sie es sehen möchten, müssen Sie rechtzeitig reservieren – manchmal mehrere Monate im Voraus. Wenn Sie online nicht das gewünschte Datum bekommen, sollten Sie anrufen – das ist in einigen Fällen die bessere Methode. Ihr Ticket berechtigt Sie dazu, sich 15 Minuten im Refektorium aufzuhalten; genügend Zeit, um die außerordentliche Schönheit dieses Meisterwerks zu bewundern.

„Es gibt drei Arten von Menschen: Jene, die sehen. Jene, die sehen, wenn es ihnen gezeigt wird. Jene, die nicht sehen.“ Leonardo Da Vinci

Der vitruvianische Mensch

Auch der Vitruvianische Mensch ist auf der ganzen Welt bekannt. Die Zeichnung, die mit Tinte und Feder auf Papier angefertigt wurde, zeigt einen Mann in zwei übereinandergelagerten Haltungen mit ausgestreckten Armen und Beinen, umrahmt von einem Kreis und einem Rechteck. Sie spiegelt Da Vincis ausgezeichneten Sinn für Proportionen wider und zeigt ein perfektes Zusammenspiel seines wissenschaftlichen und künstlerischen Talents.

Das Gemälde wird in der Gallerie dell’Accademica in Venedig aufbewahrt. Wie die meisten Zeichnungen auf Papier ist es der Öffentlichkeit nur äußerst selten zugänglich. Von Zeit zu Zeit geht es auf Tournee – um das Gemälde sehen zu können, sollten Sie jedoch am besten das Museum im Auge behalten.

Dame mit Hermelin

Das letzte von Da Vincis Meisterstücken ist in Polen zu finden: Die Dame mit Hermelin. Bei der Dame handelte es sich um die junge Geliebte des Herzogs von Mailand, für den Da Vinci damals tätig war. Die Techniken und Materialien, die er verwendete, waren damals (1489) noch ziemlich neu. Deshalb zeigten im Lauf der Zeit verschiedenste Personen Interesse an dem Gemälde. 1939 wurde es sogar von den Nazis aus Polen geraubt und blieb im Verborgenen, bis es am Ende des Krieges von den Allierten gefunden wurde.

Meistens ist es im Czartoryski-Museum zu finden; aufgrund von Renovierungsarbeiten war es aber vier Jahre lang im Königsschloss Wawel untergebracht. 2014 soll es wieder ins Museum zurückkehren. An beiden Ausstellungsorten ist die Zahl der Besucher, die das Gemälde zu sehen bekommen, begrenzt, und es wird in einem Raum ohne andere Bilder präsentiert. Finden Sie heraus, wo es sich gerade befindet, bevor Sie sich auf den Weg machen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: ein Mann, vier Meisterwerke – und vier gute Gründe, vier aufregende Städte zu besuchen.

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